Monthly Archives: Juli 2016

Das Geheimnis von San Agustín in Kolumbien

In San Agustin, südlich von Cali im Süden Kolumbiens, liegt eine der wichtigsten, eindrucksvollsten und am wenigsten erforschten Ausgrabungsstätten Südamerikas.

500 imposante Statuen aus Stein wachen hier über ihr Territorium und blicken geheimnisvoll in die Ferne. Auf den ersten Blick erinnern die steinigen Gesellen an ihre Brüder auf der Osterinsel. Zwar weniger bekannt als die chilenischen Moai, sind die Statuen in San Agustín dennoch nicht weniger spannend – gerade, weil ihre Geschichte auch heute noch Archäologen zahlreiche Rätsel aufgibt. Man geht davon aus, dass sie zwischen 555 vor und 1630 nach Christus entstanden sind, Tiere oder maskierte Monster darstellen und während Beerdigungen und spirituellen Zeremonien zum Einsatz kamen. Hier sind Hobbyforscher gefragt – vielleicht gelingt es Ihnen, das Geheimnis der namenlosen Gesellen zu lüften?

Hier ist es wichtig, keine Eile zu haben und auf den Spuren der Vergangenheit zu wandeln und sich darauf einzulassen. Im Auch das archäologische Museum auf dem Gelände ist sehr empfehlenswert.

 

Ingapirca, eine meisterliche Koproduktion der Inka und der Kanari in Ecuador

Ingapirca, zu Deutsch „Inka-Mauer“, liegt auf 3.00 Meter inmitten der Anden im südlichen Ecuador nahe der Kolonialstadt Cuenca.

Einst lebten in dieser Gegend die Kanari, deren Mondtempel Teil der Basis der Festung darstellt. Ende des 15. Jahrhunderts fielen die Inka ein und besiegten die Kanari. Anschließend schlossen sie sich mit ihnen zu einer Gemeinschaft zusammen, und errichteten gemeinsam einen zweiten Tempel, den Sonnentempel. Dementsprechend ist Ingapirca keine Festung sondern eine Kultstätte, die von den Inka und den Kanari nach und nach um ein Observatorium, Grabstätten und rituelle Bäder erweitert wurde. Die Anlage bietet noch heute einen weiten Blick über die Umgebung, einst war Ingapirca dementsprechend von strategischer Bedeutung für Kampf und Verteidigung. Noch vor der endgültigen Fertigstellung wurde es von den Spaniern erobert und geplündert. Ein Großteil der Steine wurde für den Bau der spanischen Kirchen in Cuenca verwendet.

Auch sonst hat Cuenca, eine der schönsten Städte Ecuadors, eine Vielzahl an Sehenswürdigkeiten zu bieten, darunter zwei gegenüberstehende Kathedralen mit hellblauen Kuppeln.

 

 

Die Osterinsel in Chile – wo Südamerika auf die Südsee trifft

Trotz einer gewaltigen Entfernung von 3.700 Metern vom Festland gehört die Osterinsel, die von ihren Bewohnern Rapa Nui (Nabel der Welt) genannt wird, seit 1888 zu Chile.

Die vulkanische Insel mit ihren knapp 3.500 Einwohnern liegt im Pazifischen Ozean und ist seit 1995 Unesco-Weltkulturerbe.

Faszinierender als die lebendigen Bewohner sind die versteinerten: Das größte Highlight der Osterinsel, die übrigens so heißt, weil sie am Ostersonntag entdeckt wurde, sind die riesigen Moai-Steinstatuen, die mit grimmigem Blick über ihre Insel wachen. Die drei bis 12 Meter hohen Felsgiganten wurden von den Nachkommen der polynesischen Einwanderer zwischen 800 und 1600 errichtet. Je vier bis sechs Statuten stehen auf großen Grabstätten, unter denen sich Grabkammern befinden.

Der Einfluss der Südsee wird vor allem beim Tapati-Fest deutlich, bei sechs dem traditionelle gekleidete Männer in ausgefallenen Sportarten wie Bananenschlittenrennen gegeneinander antreten und um den Titel des Tangata-Man kämpfen.

 

Kuélap, die mystische Festung der Nebelkrieger in Nordperu

Wer Peru automatisch mit Machu Picchu gleichsetzt, ist weit gefehlt. Das sogenannte „Land der Inka“ hat noch viel mehr Kulturschätze zu bieten.

Im Herzen der Region Amazonas im nordperuanischen Nebelwald thront auf 3000 Meter Höhe die beeindruckende Festung Kuélap. Ihre Bauherren war das präkolumbianische Volk der Chachapoyas, zu deutsch Nebelkrieger, die hier zwischen 800 und 1470 vor Christus lebten.

Noch ist die Anreise nach Kuélap ein wahres Abenteuer, vom Dorf Tingo am Fuße der Anden aus geht es mit dem Jeep 1,5 Stunden entlang des Tales, in Serpentinen den Berg hinauf. Das wird sich Mitte 2017 ändern, denn dann eröffnet eine Seilbahn, die alle Besucher in bequemen 20 Minuten auf den Gipfel bringt.

Die erhöhte Lage von Kuélap garantiert einen einwandfreien Rundumblick, deshalb gehen Archäologen davon aus, dass die Festung zur Verteidigung erbaut wurde. Dennoch wurde Kuélap einst schließlich von den Inka eingenommen.

Rund um die Festung zieht sich eine gewaltige Mauer von knapp 20 Meter Höhe, der Eingang ist nur über drei sehr schmale Eingänge möglich. Im Inneren bieten bis zu 420 runde Steinhäuser mit Zick-Zack-Verzierungen und Friesen einen Einblick in den Alltag der Chachapoyas. Auch Grabstätten, Zeremonialstätten und Verteidigungsanlagen sind auf dem Gelände zu finden.

Ein Besuch in Kuélap gleicht einer faszinierenden Reise in die Vergangenheit, zu einer Kultur von der heute hierzulande viel zu wenig bekannt ist. Die Kombination aus beeindruckenden Zeitzeugen längst vergangener Tage und die unberührte Natur in der Umgebung machen den Reiz dieser Sehenswürdigkeit aus.